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Forschungsprojekt Diskurse Opferverbände

 

Die Deutsch-Tschechische und Deutsch-Slowakische Historikerkommission. 1990–2015

Neue Publikation

Im Jahr 2015 begeht die Deutsch-Tschechische und Deutsch-Slowakische Historikerkommission ihr 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat die Kommission eine Broschüre vorbereitet, die über ihre Geschichte berichtet und zentrale Dokumente und Publikationen aus ihrer und aus der Tätigkeit ihrer Mitglieder versammelt. Damit präsentiert die Historikerkommission erstmals einen Überblick über ihre Entwicklung seit ihrer Gründung als Deutsch-Tschechoslowakische Historikerkommission im Jahr 1990.

Die Publikation wird am 25. September 2015 während der Jahrestagung der Kommission in Košice vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis


Krieg und Stadt im 20. Jahrhundert

Jahrestagung der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission

25.–26. September 2015, Košice (Slowakei)

Die Städte Mittel- und Ostmitteleuropas waren während der Kriege des 20. Jahrhunderts multifunktionale Orte, an denen entscheidende Konflikte politischer, sozialer und nicht zuletzt auch ethnischer Natur ausgetragen wurden. Von den Städten aus wurde der Krieg meist geplant und auch ausgelöst, darüber hinaus finden sich hier wesentliche Triebkräfte für die Radikalisierung des Kriegsgeschehens. Oft stammten die Massen der Soldaten aus den Städten, und die Stellen, die sie hinterließen, mussten von Frauen übernommen werden. In den großen Industrie- und Rüstungsstädten wurden außerdem der überwiegende Teil der militärischen Güter sowie die Truppenausstattung hergestellt. Gleichermaßen dienten die Städte als Orte zur Versorgung von Verletzten, sie gaben Verkehrsknotenpunkte ab, durch die Massen der Soldaten an die Fronten geführt wurden, und sie waren nicht zuletzt ebenso Orte der Information oder auch systematischen Desinformation. Die Städte wurden ebenfalls bereits seit dem Ersten Weltkrieg zu heftig umkämpften Kampfzonen. In dem Maße, in dem der Luftkrieg an Bedeutung zunahm, stiegen sie sogar zu Objekten einer strategischen Kriegführung auf, die vor allem die Zivilbevölkerung treffen wollte. Als im Bombenhagel des Zeiten Weltkriegs unzählige Städte in Schutt und Asche versanken, sahen sich Architekten und Städteplaner vieler Länder dazu aufgefordert, einen Wieder- bzw. Neuaufbau vorzubereiten.

Vor dem Hintergrund dieser vielschichtigen Erfahrungen wird sich die Tagung in Košice in zwei Blöcken mit der Geschichte mittel- und ostmitteleuropäischer Städte in den Kriegen des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Zum einen geht es um die Rolle sozialer und ethnischer Identitäten unter den Bedingungen des Kriegs, zum anderen darum, wie Kriegserfahrungen sich in den Bereichen von Städtebau und Architektur sowie in kulturell-literarischen Verarbeitungen niedergeschlagen haben. Hierbei sollen vor allem Phänomene der langen Dauer vom Ersten über den Zweiten Weltkrieg bis in den Kalten Krieg in den Mittelpunkt gerückt werden.

Organisatoren der Tagung sind Christoph Cornelißen (Frankfurt am Main), Martin Pekár (Košice) und Miloš Řezník (Warschau). Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten der Slowakischen Republic Robert Fico.

Programm

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